Historisches

„Dort, wo der Kirnitzschbach sich mit der majestätisch dahin fließenden Elbe vereinigt, wo die Felskegel immer gewaltiger und zerklüfteter werden, liegt, ausgebreitet im Tale und an den Berghängen, das schöne Städtchen Bad Schandau, das Herz der Sächsischen Schweiz.“

Der Schandauer Johann Christian Häntzschel , der 1730 die Kirnitzschwiesen erworben hatte, verlegte den Lauf der Quelle das „rote Flößgen“ um einen Sumpf trockenzulegen. Dabei fiel ihm der Geruch und der Geschmack des austretenden Wassers auf, was ihn veranlasste, es dem Pirnaer Amtphysikus zu schicken. Dieser entdeckte, dass dieses Wasser hervorragend sei und verordnete es seinen Patienten. Daraufhin wurde es seit 1750 zum Baden genutzt. Immer mehr Menschen kamen in das Elbsandsteingebirge, was den Schandauer Kaufmann Samuel Gottfried Hering veranlasste 1799 an der Quelle ein so genanntes „Badehaus“ zu errichten. In dessen Küche wurde das Wasser aus der Quelle für die Gäste erwärmt und durch hölzerne Röhren ins Becken geleitet. Schon damals wurde um Gäste geworben und so kam es, dass immer mehr Besucher nach Schandau kamen. Mit der Entwicklung der Dampfschifffahrt und der Eröffnung der Eisenbahnlinien stieg die Zahl der Besucher noch einmal sprunghaft an. Von 1803 bis heute wurde das Badehaus immer wieder an andere Besitzer weitergegeben oder renoviert. So auch von 1920 bis 1922, als die Wandel- und die Brunnenhalle vollständig umgebaut und erneuert wurden. Während dieser Baumaßnahmen schuf der Maler Prof. Sascha Schneider aus Dresden das noch heute erhaltene Monumentalgemälde in Glasmosaik in der Brunnenhalle. In diesem Jahr erhielt Schandau auch seinen amtlichen Titel „Bad“. Seit 1936 darf sich die Stadt als „Kneippkurort“ bezeichnen. Die sächsische Elbzeitung schrieb dazu am Sonnabend, den 2.Mai 1936: „Die idyllisch schöne Lage unseres Badeortes an zwei Flusstälern
gibt uns nach fachmännischer Prüfung die Gewähr dafür, dass wir allen
Anforderungen der Kneipp-Bewegung Deutschland e.V. gerecht werden können.

In den Wirren des zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit wurde die Badeanstalt in Bad Schandau immer wieder anderweitig genutzt, wie zum Beispiel als Hilfskrankenhaus, Auffanglager für Umsiedler oder als Platz für Richterlehrgänge. Seit 1962 ist sie Eigentum des staatlichen Gesundheitswesens.
Mit dem Fall der Mauer änderten sich auch die Modalitäten des Kurhauses, es wurde von der Kommune übernommen. Am 24. April 1993 wird die Kirnitzschtalklinik für Orthopädie und Innere Medizin in Bad Schandau eröffnet und hat seit dem zahlreichen Menschen bei der Genesung geholfen.